Es ist eine hartnäckige Ansicht der heutigen liturgischen Theologie, die liturgische Handlung vergegenwärtige Gott für den Menschen. Kein geringerer als der Theologe und Philosoph Mgr Robert Sokolowski sagt dies, wenn er formuliert, die Eucharistie inszeniere (reenact) das Opfer von Golgata. Die Idee wurde von Dom Odo Casel im Zuge der liturgischen Bewegung ausführlich weiterentwickelt. Sie ist grundfalsch. Das Gebet bringt Gott oder die göttliche Gegenwart nicht zu uns. Vielmehr werden wir durch das Gebet in die Gegenwart Gottes gerückt.
Durch das Öffnen unseres Mundes zum Lob Gottes werden wir in die segnende Gegenwart Gottes versetzt, in der wir seinen Namen vernehmen können. Vor allem: Indem Gott unseren Mund zum Lob öffnet und wir in seine Gegenwart eintreten, wird das einzige Opfer Christi durch die Heilige Eucharistie (und analog dazu durch die Stundengebete und andere Andachten) in seiner Gegenwart und in seinen Wirkungen ausgeweitet dahin, wo wir sind - und an alle Orte und Zeiten wo Gott den Mund der Gläubigen zum Lob seines Namens öffnet.
(a.a.O. S. 14)
Samstag, 28. Juli 2007
Welche Richtung hat die Liturgie?
Bereits im Frühjahr erschien ein Sammelband mit Aufsätzen zur Liturgie: Ever Directed Towards the Lord, herausgegeben von Uwe Michael Lang, einem deutschen Oratorianer aus London. In einem bemerkenswerten Aufsatz unter dem Titel "Open, O Lord, My Mouth" hat Laurence Paul Hemming darin einige Gedanken zur Funktion und Ausrichtung der Liturgie formuliert:
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